„Achte auf dein Bauchgefühl – das lügt NIE!“
Mit den Mädchen der Lerngruppe 6 führte die Schulsozialarbeiterin im Jugendzentrum einen Workshop zum Thema Grenzen setzen, eigene Grenzen wahrnehmen und den Unterschied zwischen Nähe und Distanz durch. Mit spielerischen Übungen und Reflexionsrunden lernten die Mädchen, wie wichtig es ist, die eigene Intimsphäre zu schützen und klar zu kommunizieren, wenn diese überschritten wird. Denn eines ist sicher: Jeder Mensch hat eine unsichtbare Schutzzone, die Respekt verdient.
Den Anfang machte das Eisschollenspiel: Alle standen eng beieinander auf Stühlen, die nach und nach weggenommen wurden. Die Mädchen spürten, wie unangenehm es sein kann, wenn der persönliche Raum zu stark eingeengt wird. Diese Übung leitete direkt zum Thema Intimsphäre über – eine natürliche Schutzzone, die jeder Mensch hat. Bei der Übung „Stopp mit verbundenen Augen“ näherten sich die Mädchen einander an, bis eine „Stopp!“ rief. So lernten sie, ihre individuelle Schutzzone zu erkennen. Es gibt kein Richtig oder Falsch – jedes Gefühl ist legitim.
Ein zentraler Bestandteil des Workshops waren die Skalierungsfragen. Anhand von Alltagssituationen wie „Deine beste Freundin gibt dir ein Wangenküsschen“ oder „Ein Fremder setzt sich in einer leeren Bahn direkt neben dich“ sowie „Deine Eltern kommen ohne anzuklopfen in dein Zimmer“ reflektierten die Mädchen, was sich für sie gut oder unangenehm anfühlt. Jede darf selbst entscheiden, was für sie richtig oder falsch ist. Die Übung zeigte, dass Berührungen stark von der Beziehung, der Sympathie, der aktuellen Befindlichkeit und den persönlichen Bedürfnissen abhängen.
Mit roten und grünen Klebepunkten markierten die Mädchen an einem Körperumriss, wo Berührungen für sie in Ordnung sind und wo nicht. Die Botschaft war klar: Du darfst „Nein“ sagen! Deine Grenzen verdienen Respekt, und es ist dein gutes Recht, zu deinen Gefühlen zu stehen.
Beim Spießrutenlauf ging es um die Kraft der Körpersprache. Die Mädchen durchliefen eine ‚Gasse‘, während andere sie ärgerten – einmal verschüchtert und einmal selbstsicher mit klarer Haltung. Die Erfahrung zeigte, wie sehr die Körpersprache unsere Wirkung auf andere beeinflusst. Eine aufrechte Haltung und ein klarer Blick stärken die Selbstwirksamkeit und unterstreichen: Grenzen müssen immer respektiert werden.
Dieses Projekt hat den Mädchen der LG 6 nicht nur gezeigt, wie wichtig es ist, eigene Grenzen zu kennen und zu verteidigen, sondern auch, dass jeder Mensch ein Recht auf Respekt hat. Die wichtigsten Botschaften des Tages waren klar: Hör auf dein Bauchgefühl, denn es lügt nie! Dein „Nein“ ist gültig – egal, was andere denken. Und Körpersprache ist mächtig: Steh zu dir selbst!