Am frühen Morgen des 18.06.2026 versammelte sich die LG 6a, trotz durch den Wetterbericht vorhergesagten hohen Temperaturen, am Bahnhof Graben-Neudorf. Ziel: Speyer, die Stadt, in der Geschichte nicht nur im Buch steht, sondern auch ziemlich eindrucksvoll aus Stein gemeißelt ist.
Die Hinfahrt verlief erstaunlich reibungslos. Fast schon verdächtig reibungslos. Kein verpasster Anschluss, keine verschwundenen Rucksäcke, nicht einmal ein „Ich muss mal dringend“-Notfall im falschen Moment. Man hätte es fast als langweilig bezeichnen können – wenn nicht die Vorfreude auf das große Programm gewesen wäre.
Nach einem kleinen Fußmarsch vom Bahnhof zum Spielplatz am Domplatz nutzten wir die schattigen Bereiche zur Vorbereitung auf den Museumsbesuch und zur Stärkung von Leib und Seele. Die Stärkung des Leibes war schnell erledigt und der geplante Bildungsausflug wurde binnen weniger Minuten zum Abenteuerfilm (vielleicht aus Schülersicht der wahre Höhepunkt des Tages?!). Klettern, Rennen, Rutschen und ein hochsommerliches Spezial-Feature namens „epische Wasserschlacht“. Innerhalb weniger Minuten war nicht mehr ganz klar, ob hier noch Lerngruppen oder schon kleine Wassersport-Profis unterwegs waren. Die Hitze hatte jedenfalls keine Chance.
Gut gelaunt und teilweise nass, strömten wir in das beeindruckende Gebäude des Historischen Museum der Pfalz zur Ausstellung „Superheroes“. Dort wurde schnell klar: Superkräfte sind beeindruckend, aber die wahre Superkraft der Gruppe lag eindeutig im simultanen Staunen, Diskutieren und „Guck mal da!“ rufen. Zwischen Comics, Kostümen, Computersimulationen, Superhelden-Twister und Heldengeschichten war für einige Kinder plötzlich völlig klar: Die eigene Berufswahl ist eigentlich schon entschieden – zumindest bis zur nächsten Pause.
Danach ging es weiter zum imposanten Speyerer Dom, der so groß ist, dass selbst Selfies Mühe hatten, ihn vollständig ins Bild zu bekommen. Die ehrwürdigen Mauern wurden mit respektvollem Flüstern und gelegentlichem „Boah, ist der groß!“ gewürdigt. Geschichte kann eben auch ziemlich beeindruckend sein, wenn sie direkt vor einem steht.
Natürlich durfte auch ein kurzer Abstecher in die Innenstadt nicht fehlen. Das kleine Shoppingerlebnis führte zu erstaunlichen Erkenntnissen über Taschengeldökonomie, spontane Wunschprioritäten und die mysteriöse Fähigkeit, dass sich Rucksäcke auf der Rücktour plötzlich schneller füllen als auf der Hinfahrt.
Die Rückfahrt schließlich begann zunächst unspektakulär – bis sich das Bahnuniversum entschied, noch ein kleines Drama einzubauen: Ein Zug fiel komplett aus. Plötzlich wurde aus „Wir sind gleich daheim“ ein „Okay, wir entdecken jetzt die Kunst des flexiblen Reisens“. Mit etwas Geduld, einem kleinen Nickerchen auf dem Bahnhofsgelände und der Genuss der letzten Reste des mitgebrachten Reiseproviants, gepaart mit einer kleinen Prise Gruppendynamik, wurde auch dieses Hindernis auf dem hochsommerlichen Bahnsteig gemeistert. Am Ende kamen alle zwar etwas später, aber wohlbehalten und mit vielen Geschichten im Gepäck zurück.
Fazit: Spielplatz erobert, Wasserschlacht überlebt, Superhelden-Ausstellung gesehen, Dom bestaunt und die Deutsche Bahn humorvoll gemeistert. Ein ganz normaler, gelungener Schulausflug eben.